Liebe, Lüge und Vollkommenheit -|- Kurzandacht (Daily-Message Archiv, 25. Feb 2006) - von Jörg Bauer

Daily-Message
Die tägliche Kurzandacht

Archiv - Andacht Nr. 1251

für den 25 Feb 2006

Liebe, Lüge und Vollkommenheit

''Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.''

Kolosser 3,14 *©*
 

Das Streben nach Vollkommenheit macht manche Menschen unerträglich. Nämlich immer dann, wenn sie meinen durch Wissen diesem Ziel näher kommen zu können. Aber Wissen ist nur ein Machtfaktor, der niemals zur Vollkommenheit führen kann. Darum definiert sich Gott selbst (trotz seiner Allwissenheit) auch nicht durch seinen Verstand und seine Weisheit sondern in erster Linie durch die Liebe. Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8). Wer nicht liebt kennt Gott nicht. Johann Wolfgang von Goethe drückte es einmal so aus: "Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten". Ohne Demut vor Gott sehe ich auch keinen wirklichen Grund zu lieben und auf die Gnade von oben zu hoffen (1. Petrus 5,5-6). Und entsprechend ist Hochmut immer ein Verlassen auf den Verstand und eine Weigerung sich unterzuordnen. In erster Linie vor Gott, aber manchmal sicherlich auch vor Menschen (Epheser 5,21, Römer 13,1). Die eigentliche Verführung für den Menschen im Paradies bestand in der Behauptung der Schlange, daß man die Vollkommenheit dadurch erreicht, in dem man die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Gut und Böse besitzt (1. Mose 3,5).

Also dem vermeintlichen Wissen und dem gleichzeitigem Ungehorsam dem Gebot Gottes gegenüber. Der Baum der Erkenntnis (2. Mose 2,17) war sozusagen eine sichtbare Aufforderung zur Demut und zum Vertrauen auf Gott und zur dankbaren Unterordnung. All das, was der Satan in seiner Bosheit verleugnet hat und nun fortan dem Menschen als Einstellung suggerierte. Der Teufel hat enorm viel Wissen aber er hat keine Liebe und auch keine Vollkommenheit obwohl er einmal der höchste Engel vor Gottes Thron war (Jesaja 14,12-13). Er ist der Vater der Lüge und in ihm ist keine Wahrheit (Johannes 8,44). Das sollte uns ein mahnendes Beispiel sein. Hochmut führt immer zum Fall (Sprüche 16,18). Wir werden aufgefordert die Liebe als das "Band der Vollkommenheit" anzuziehen. Also kann man es auch ausziehen und ignorieren oder seinen Verstand über alles stellen. Über dem Verstand, so sagt man, steht die Vernunft. Aber ist es weltlich gesehen vernünftig an Jesus Christus zu glauben? Lieber ein unvernünftiger Gläubiger als ein vernünftiger Ungläubiger. ;-)

Jörg Bauer


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