Ora et labora -|- Kurzandacht (Daily-Message Archiv, 26. Jul 2009) - von Rainer Gigerich

Daily-Message
Die tägliche Kurzandacht

Archiv - Andacht Nr. 2498

für den 26 Jul 2009

Ora et labora

Erkennet, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Ps 100,3 *©*
 

Bevor Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel fuhr, gab er seinen Jüngern noch einen Auftrag:(Mt 28,19-20a) "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Ich denke, dieser Auftrag gilt so nicht nur seinen Jüngern sondern auch noch uns heute. Sei es hier im Internet, sei es bei der Arbeit oder auch bei Zufallsbekanntschaften - wir sollen das Wort Gottes verbreiten und Menschen zu Gott führen, hier und bis an das Ende der Welt.

Diesen Auftrag müssen wir uns immer wieder neu bewußt machen. Wir sollen als Christen nicht nur "in unserem eigenen Saft schmoren", nein, sondern wir sollen das Evangelium weiter verbreiten, dass noch möglichst viele andere Menschen gerettet werden. "Machet sie zu Jüngern" sagt Jesus. Wir sollen sie auf den richtigen Weg bringen, nicht nur, dass sie uns, bzw. Gott glauben, sie sollen ihm auch nachfolgen in ihrem Denken und Tun.

Wenn wir die Menschen zu Jüngern machen sollen, hört sich das hier ein wenig danach an, als ob wir aus unserer Kraft Menschen erretten könnten. Dem widerspricht unser Psalmtext oben deutlich. Nicht wir selbst haben die Macht zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide zu werden. Nur Gott allein hat die Macht dazu. Der Mensch kann sich nicht selbst erretten. Wie kann man diese Diskrepanz verstehen?

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach und dabei auch noch ziemlich befreiend. Wir Christen können in einen anderen Menschen nur den Samen des Glaubens legen. Wir können sähen, düngen, hegen und pflegen - doch das Wachsen und Gedeihen liegt allein in Gottes Hand. Ich finde dies eine sehr befreiende Botschaft. Wie oft habe ich mich schon gefragt, warum der eine oder andere nicht zum Glauben kommt, obwohl ich mich doch so bemühe. Bin ich nicht gut genug, habe ich die falschen Worte, bin ich nicht nachdrücklich genug? Nein, daran liegt es nicht. Gott allein bestimmt, ob und wann jemand zum Glauben kommt - das liegt nicht mehr in meiner Verantwortung. Dies zu erkennen befreit uns gänzlich von dem Druck, Menschen aus uns selbst bekehren zu müssen.

So können wir nur hoffen und dafür beten, dass Gott zu unserem Bemühen seinen Segen gibt. Er ist der Herr über Leben und Tod, und wird den erretten, der ihn ehrlich sucht.

So lass nicht nach in deinem Bemühen, streue deinen Samen und bete für viel Frucht.

Ich wünsche dir noch einen gesegneten Tag.

Rainer Gigerich


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